Koreabesuch in der Elisabeth-Weber-Schule

Koreanische Sonderpädagogen zu Besuch in der Elisabeth-Weber-Schule (EWS) im SkF – Förderzentrum mit Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung. Bereits zum fünften Mal besuchten Sonderpädagogen der südkoreanischen Cheongju Holy Ghost School sonderpädagogische Einrichtungen und Schulen in Würzburg um sich über neue Entwicklungen zu informieren und mit deutschen Kollegen auszutauschen.

Lehrerinnen und Lehrer aus der katholischen Holy Ghost Förderschule in Cheongju, Südkorea, mit EWS-Schulleiter Peter Fuchs (fünfter von links), Konrektorin Brigitte Bayer-Clauß (fünfte von rechts), Kindern und Lehrkräften im Garten der Elisabeth-Weber-Schule im SkF.      Foto: Claudia Jaspers

Würzburg. Schwester Bethania, heutige Rektorin der Holy Ghost Förderschule in Cheongju, Südkorea, lernte vor einigen Jahren während ihres Studiums an der Universität in Seoul die Dozentin Seung-Hee Kwon kennen, die in Würzburg Sonderpädagogik studiert und anschließend promoviert hatte.
Dr. Kwon empfahl der von der deutschen Sonderpädagogik beeindruckten Schwester mit ihren Kolleginnen und Kollegen sonderpädagogische Einrichtungen im Würzburger Raum zu besuchen um sich Anregungen für die Arbeit in Korea zu verschaffen und sich fort zu bilden. Sie stellte einen Kontakt zu einer koreanischen Freundin her, die in Würzburg lebt und als Psychologin arbeitet. Isabell Lee organisiert seitdem den Würzburg-Aufenthalt der jeweiligen Korea Delegation und begleitet die Gruppe bei ihren Expeditionen als Dolmetscherin.

Deutschland wird als ein menschliches und "bewusstes" Land wahrgenommen
Lee erklärt EWS-Schulleiter Peter Fuchs, die Koreaner seien sicher, dass die Sonderpädagogik in Deutschland weiter entwickelt sei und dementsprechend fortgeschrittener praktiziert werde. Zum einen, weil in Deutschland sehr stark im Bereich der Sonderpädagogik geforscht wird und zum anderen weil die deutsche Gesellschaft die Umsetzung eher ermögliche als die koreanische. „Deutschland wird als ein menschliches und "bewusstes" Land wahrgenommen, sowohl in der Pädagogik als auch z.B. im Umweltbewusstsein“, so Lee.

Neben dem fachlichen Austausch mit den Lehrkräften der EWS hatten die koreanischen Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, in verschiedenen Klassen des Förderzentrums zu hospitieren um reale Unterrichts- und Fördersituationen zu erleben und im Anschluss mit ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen zu reflektieren. Beeindruckt zeigten die asiatischen Gäste sich vom Engagement und der Menschlichkeit der EWS-Pädagogen. „Oftmals macht  eine so anstrengende und fordernde Arbeit die Menschen "stumpf" und "unempfindlich“, beschreibt Lee das Gefühl ihrer Landsleute. „Das schien bei Ihnen gar nicht der Fall zu sein.“

Tragfähige Beziehungsgestaltung unverzichtbare Voraussetzung für positive Persönlichkeitsentwicklung
Dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die leicht zu verunsichern, unkonzentriert oder ängstlich sind, keine leichte Aufgabe ist und belastend sein kann, wissen Schulleiter Fuchs und seine Kollegen, die die Kinder durch viele Höhen und Tiefen begleiten, sehr gut. „Für eine positive Persönlich-keitsentwicklung ist eine tragfähige Beziehungsgestaltung unverzichtbare Voraussetzung an unserer Schule“, erklärt Konrektorin Brigitte Bayer-Clauß ihren Gästen. „Diese zu gestalten kostet viel Kraft,“ so Bayer-Clauß, daher gehört es auch zum Konzept der Schule, das Augenmerk auf Erfolge und gelungene Aktionen zu richten und sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Pädagoginnen und Pädagogen positiv zu bestärken.“
Claudia Jaspers

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