Bundesfreiwilligendienst im Wohnverbund Haus Gertrud im SkF – viel mehr als nur ein Überbrückungsjahr

Würzburg. Anna und Franziska entschlossen sich nach ihrem Schulabschluss im Sommer 2019 für ein Jahr Bundesfreiwilligendienst im Wohnverbund Haus Gertrud | WHG im SkF. In wenigen Tagen bzw. Wochen endet dieser Lebensabschnitt für die beiden jungen Frauen.

Warum haben sich die beiden damals für einen Freiwilligendienst entschieden? Und warum für den Wohnverbund? Welche Erfahrungen haben sie gemacht und was nehmen sie mit in ihre Zukunft? Das wollte das Leitungsteam des Wohnverbundes, der in verschiedenen Wohnformen 38 Menschen mit psychischen Erkrankungen ein Zuhause bietet, wissen.

Warum wolltest du einen Freiwilligendienst machen?
Anna
Ich habe mich für den Bundesfreiwilligendienst entschieden, um einen neuen Bereich kennenzulernen, dazu zu lernen und einfach neue Eindrücke zu sammeln. Gleichzeitig aber auch um die Zeit bis zum Studium sinnvoll zu nutzen, sodass auch Andere von meiner Zeit profitieren können.
Franziska
Ich wollte die Zeit zwischen Schule und Ausbildung überbrücken. Und vor allem, weil ich nicht „Nichts“ machen wollte sondern gerne mit Menschen arbeiten und etwas Sinnvolles/Gutes tun wollte. Ich finde es gut, dass man so eine Weile ins Arbeitsleben „schnuppern“ kann, ohne direkt etwas Längeres, Verbindliches wie eine Ausbildung anzufangen.

Wie bist du auf den Wohnverbund Haus Gertrud gekommen?
Anna
Ich bin auf das Haus Gertrud über die offizielle Bundesfreiwilligendienst-Internetseite gekommen, hatte dann sehr vielversprechenden E-Mail-Kontakt mit der Einrichtungsleitung und einen sehr interessanten Probetag, an dem ich Lust bekommen habe noch mehr von dem Alltag im Haus Gertrud zu erfahren.

Warum hast du dich für Haus Gertrud entschieden?
Franziska
Ich hatte von Anfang an einen guten Eindruck vom Haus und vom Träger. Mein Hospitationstag war gut und die Mitarbeiter*innen und Bewohner*innen waren alle sehr nett. In den unterschiedlichen Wohnformen: Haus Gertrud, Wohngruppe, Kleinheim und Ambulant Betreutes Wohnen herrscht überall familiäre Atmosphäre.
Ich habe auch einen Tag in einer großen Einrichtung hospitiert. Der WHG ist kleiner, überschaubar und dadurch auch persönlicher.

Was ist das Besondere am Haus Gertrud?
Anna
Das besondere im Haus Gertrud ist für mich die teils familiäre teils aber auch “anonyme” Atmosphäre. Man hat immer die Möglichkeit über persönliche Dinge zu sprechen und sich auszutauschen, aber auch nichts über sich Preis zu geben. Das Ganze wird durch das Siezen sehr bestärkt, weswegen immer noch eine Distanz zwischen Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen bestehen bleibt. Außerdem habe ich mich sofort gut aufgehoben und willkommen gefühlt, sowohl vom Personal als auch von den Bewohner*innen. Man hat immer die Möglichkeit nachzufragen, wenn man nähere Informationen zu einem Thema haben will. Auch die Offenheit, mit der mit Krankheitsbildern oder Problemen - auch seitens der Bewohner*innen - umgegangen wird, bietet einem die Möglichkeit Ticks oder Verhaltensweisen besser zu verstehen.
Franziska
Beeindruckt hat mich, dass im WHG immer auf die Bewohner*innen eingegangen wird und wie bestrebt die Mitarbeiter*innen sind, ihnen bestmöglich gerecht zu werden.
Alle Mitarbeiter*innen und Bewohner*innen werden respektvoll behandelt und generell herrscht ein freundlicher Umgangston.

Gibt es bestimmte Bilder/Symbole/Geräusche, die du mit Haus Gertrud verbindest?
Anna
Besondere Geräusche fallen mir gerade nicht viele ein auf Türen, die zufallen, das Guten Morgen einer Bewohnerin noch bevor sie den Raum betritt und momentan noch der Slogan “Mundschutz hoch”.

Was nimmst du aus dem Freiwilligendienst mit in deine Zukunft?
Franziska

  • Jede Menge neues Wissen über psychische (und körperliche) Erkrankungen und über Medikamente
  • Neue Kontakte
  • Mehr Selbstbewusstsein
  • Wie man mit psychisch erkrankten Menschen umgeht
  • Dass mit Menschen zu arbeiten sehr anstrengend, aber auch erfüllend sein kann
  • Viele lehrreiche, aber auch lustige Momente

Anna
Ich nehme aus dem Bundesfreiwilligendienst viele persönliche Fortschritte mit. Ich habe wirklich viel gelernt, beispielsweise wie man auf Leute zugeht und wie man mit ihnen in bestimmten Situationen umgeht. Außerdem habe ich mich in Geduld geübt und auch gelernt nicht immer alles zu glauben.
Egal wie wir sind, welche Macken wir haben, ob wir groß, klein, dick oder dünn sind, wir sind alle wunderbare und gleichberechtigte Menschen, die alle Situationen zusammen durchstehen können. Das vermittelt Haus Gertrud.

Übrigens Franziska startet im Herbst mit einer Ausbildung zur Förderlehrerin und Anna hat sich für das Studium der Psychologie in Würzburg eingeschrieben.
Auch noch wichtig zu wissen: Im BFD erhält man ein „Taschengeld“ und der Kindergeldanspruch bleibt erhalten.
Das reicht aus um sich ein WG-Zimmer leisten zu können.

Wer Lust auf BFD im Wohnverbund Haus Gertrud hat oder einen Platz für das Praxissemester im Rahmen des Studiums Soziale Arbeit sucht kann sich bewerben:
Wohnverbund Haus Gertrud
Pleicherpfarrgasse 11
97070 Würzburg
0931/18180
whg@skf-wue.de

Download Postkarte BFD im Wohnverbund Haus Gertrud

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