Zum Tod von Walter Fürst

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) e.V. Würzburg muss Abschied nehmen von seinem langjährigen Mitarbeiter Walter Fürst, der nach kurzer schwerer Erkrankung am 30. Juni nur wenige Tage nach seinem 78sten Geburtstag verstorben ist.

Walter FürstSeinen ersten Berührungspunkt mit dem SkF hatte Walter Fürst bereits 1967. Damals leistete er im Rahmen seines Studiums zum Sozialarbeiter ein Praktikum im Bereich der stationären Einrichtung ab. In der Folge blieb er dem SkF bis zu seinem offiziellen Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Jahr 2007 – 40 Jahre treu.
Untrennbar verbunden mit Walter Fürst ist seine Vielschichtigkeit in seinem beruflichen Handeln und sein Engagement für die Menschen, für die und mit denen er gearbeitet hat.
1971 begann er seine Beratungstätigkeit im  Psychotherapeutischen Beratungsdienst | PTB im SkF (Erziehungsberatungsstelle) und begleitete unzählige Familien. 2001 erweiterte sein Tätigkeitsfeld  um die Mitarbeit in der Ausbildung zukünftiger Heilpädagog*innen an der Fachakademie für Heilpädagogik - Heilpädagogisches Seminar | HPS im SkF. Hier lehrte er auch über seinen Ruhestand hinaus und war bis 2019 gefragt und tätig.

Inhaltlich verschmolz Walter Fürst dabei eine systemische Ausrichtung und gruppendynamische Aspekte mit seiner erlebnispädagogischen Expertise. Diese Ressourcen in der Arbeit mit Familien, aber auch in der Ausbildung von Heilpädagog*innen und in vielzähligen Fortbildungen, konnte Fürst zu einer einzigartigen Fachlichkeit verknüpfen. In der Erlebnispädagogik gilt Walter Fürst als ausgesprochener Experte in Theorie und Praxis und war daher in der Kinder- und Jugendhilfe ein gefragter Referent. Die Grundlage für seine Affinität zur Erlebnispädagogik wurde sicherlich bereits in seiner Jugend als Pfadfinder gelegt und begleitete ihn Zeit seines Lebens in seiner ausgesprochenen Naturverbundenheit. Zeugnis seiner Qualifikation sind zahlreiche Veröffentlichungen in diesem Feld und Generationen von Erlebnispädagog*innen, die er in dieses Handlungsfeld geführt hat.

Sein Engagement galt auch den Mitarbeiter*innen des SkF, für deren Belange er sich in seiner langjährigen Tätigkeit in der Mitarbeiter*innenvertretung (1978 bis 2005) stark machte, über viele Jahre auch als Vorsitzender. Darüber hinaus war er von 1989 bis 1994 1. Vorsitzender der DiAG MAV. Er ist also wesentlich für den stabilen Boden der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Dienstgeber und Mitarbeiter*innen und für das gute Betriebsklima im SkF mitverantwortlich.
Bis zuletzt war Walter Fürst aktiv, hat veröffentlicht, hat sein Wissen und Können weiter Heilpädagog*innen in der Ausbildung zur Verfügung gestellt, schien unbeugsam und trotzte mit der Energie, die ihn so kennzeichnete, der Krankheit. Der Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e.V. (BVkE), für die Walter Fürst viele Jahre im Fachausschuss Erlebnispädagogik tätig war, hat es in einer Würdigung auf den Punkt gebracht: Es gibt Persönlichkeiten, die unendlich viel hinterlassen. Walter Fürst gehört zu Ihnen, als Natursportler, als Erlebnispädagoge und als Mensch.

Dr. Norbert Beck, Wolfgang Meixner

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