Auf den Anfang kommt es an

- kein herkömmlicher Geburtsvorbereitungskurs.Im Oktober startet in der KSB im SkF ein neuer Kurs "Auf den Anfang kommt es an". Lesen Sie im Interview mit der langjährigen Beraterin Monika Strobel warum die Vorbereitung auf das Leben mit einem Baby wichtig ist.

Väter üben an einer Puppe das Pucken, eine Beruhigungshilfe bei der das Baby in einer speziellen Weise eingewickelt wird. Foto: Monika Strobel, KSB

Die diplomierte Sozialpädagogin Monika Strobel arbeitet seit vielen Jahren als Beraterin in der Katholischen Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen (KSB) im SkF. Im Rahmen der Entwicklung und des Ausbaus von sogenannten Frühen Hilfen, ließ sie sich zur Eltern-, Säuglings- und Kleinkindberaterin ausbilden und leitet seit nun fünf Jahren die Kurse der KSB „Auf den Anfang kommt es an“ für werdende Mütter und Väter. Ein Interview mit der Beraterin.

Frau Strobel, was verbirgt sich hinter dem Kursnamen „Auf den Anfang kommt es an“?
Der Elternkurs „Auf den Anfang kommt es an“ wurde 2006 in Rheinlandpfalz im Rahmen eines Projekts im Bereich der Frühen Hilfen entwickelt. Er ist ein frühes und präventives Angebot für werdende Mütter und Väter, weil er darauf abzielt, werdende Eltern beim Aufbau einer positiven Beziehung zu ihrem Baby zu unterstützen. Der Übergang zur Elternschaft und die Vermittlung von Kenntnissen über die frühkindliche Entwicklung stehen dabei im Mittelpunkt. Der Kurs ist in drei Abschnitte unterteilt. Zwei Termine sind in der Schwangerschaft, ein dritter nach der Geburt des Kindes.

Was unterscheidet den Kurs „Auf den Anfang kommt es an“ von herkömmlichen Geburtsvorbereitungskursen?
Die Belastungen von Eltern und jungen Familien in unserer Gesellschaft steigen ständig, ebenso die Erwartungen, die Mütter oder Väter an sich selbst stellen bzw. die von außen an sie herangetragen werden. Werdende und frischgebackene Eltern sind nicht selten verunsichert und es fällt ihnen mitunter schwer, sich auf das Leben mit einem Baby und auf dessen Bedürfnisse einzustellen. Und genau damit beschäftigt sich das Kursprogramm: Wie bewältigen wir diese Veränderung in unserem Leben? Was kommt da alles auf uns zu? Im Alltag? In der Partnerschaft? Was benötigt unser Baby für seine Entwicklung, für sein Wohlbefinden? Das und vieles mehr sind Themen, die im Elternkurs zur Sprache kommen.
Im Kurs „Auf den Anfang kommt es an“ geht es also in erster Linie darum, gut in die neue Rolle als Mutter, als Vater zu finden, damit der Start in den neuen Lebensabschnitt gelingen kann.

Brauchen Eltern denn heute eine Anleitung zum Elternsein?
Nein, sie brauchen keine Anleitung, im Gegenteil, sie brauchen eher eine Hilfestellung, ihre bereits vorhandenen Kompetenzen wahrzunehmen, zuzulassen und allenfalls zu erweitern. Ein Rückblick in die eigene Kindheit trägt dazu bei, die eigenen Prägungen bewusster zu machen. Fragen wie: „Was war für mich in meiner Kindheit wichtig? Zu wem bin ich als kleines Kind gegangen, wenn es mir schlecht ging? Was will ich anders machen? Was braucht ein Baby?“, helfen bei der Entmystifizierung der perfekten Elternschaft. Im 21. Jahrhundert sind wir es gewohnt, alles zu planen, wollen in allem, auch in der Elternrolle, immer hundertprozentig sein. Häufig vernachlässigen wir dabei unsere natürlichen, intuitiven Fähigkeiten.
Wir haben einen hohen Anspruch in vielen Bereichen unseres Lebens, auch im Bereich der Elternschaft und Kindererziehung. Neben aller entwicklungspsychologischen und pädagogischen Förderung brauchen Kinder vor allem Eltern, die sensibel sind für ihre Bedürfnisse und angemessen auf diese reagieren; Eltern, die sich ihrer sicher sind und sich trauen, ihrer Intuition nachzugehen.
Claudia Jaspers

Nächster Kurs „Auf den Anfang kommt es an“
Termine in der Schwangerschaft: Samstag, 24. Oktober und Samstag, 21. November
Und der Termin nach der Geburt: Samstag, 20. Februar 2016 jeweils 10:00 bis 15:00 Uhr

Katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen im SkF
Augustinerstr. 3 | 97070 Würzburg | 0931/13811 | ksb.wue@skf-wue.de | www.schwanger.skf-wue.de
Der Folder zum Kurs und die Anmeldekarte stehen auf unserer Homepage zum Download zur Verfügung.

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